Hast Du kurz?
„Hast du kurz?“ – das ist mehr als nur eine Frage. Es ist der Startpunkt für ehrliche Gespräche zwischen zwei Menschen, die in der Kreativbranche zuhause sind.
CC und Philipp arbeiten bei der Werbeagentur PEAK in Ulm und Hamburg – und sprechen hier über alles, was sie bewegt: den Agenturalltag, das Leben, Kunst, Kreativität und die vielen kleinen WTF-Momente dazwischen.
Kein Skript, kein Filter – dafür echtes Lachen, ehrliche Gedanken und ein bisschen Schwäbisch.
Ein Podcast über Freundschaft, Arbeit und das, was passiert, wenn man einfach mal kurz quatscht.
Hast Du kurz?
#10 - 121 mal ignoriert
Use Left/Right to seek, Home/End to jump to start or end. Hold shift to jump forward or backward.
She left you on read? Diese Folge ist für jeden, der sich bei Cece schonmal gefragt hat: schreibt die mir auch irgendwann mal noch zurück?
121 unbeantwortete WhatsApp-Nachrichten wurden lange verdrängt und werden heute zu einem ziemlich großen Thema. Gemeinsam sprechen Philipp und Cece darüber, warum Kommunikation heute oft mehr stresst als verbindet, was hinter diesem „Mental Overload“ steckt und wie schnell man das Gefühl bekommt, Freundschaften nicht mehr gerecht zu werden. Dabei geht es auch um unterschiedliche Umgangsweisen mit Nähe, Erwartungen und die Frage, wie viel Kontakt eine Freundschaft eigentlich braucht.
Philipp.
SPEAKER_02Natürlich, CC.
SPEAKER_00Philipp, mir geht's na gut. Warum ist es los? Kurze Frage. Wie viele offene WhatsApp-Chats hast du?
SPEAKER_02Gar keine.
SPEAKER_00Jetzt geht's mir schon wieder nicht groß.
SPEAKER_02Nee, ich habe keine offenen WhatsApp-Chats.
SPEAKER_00Unfassbar.
SPEAKER_02Stimmt gar nicht, ich habe einen. Einen habe ich. Eine, einen ungelesenen Chat. Nicht ungelesen, sondern nicht beantwortet. Also sind alle, ich hasse das, wenn die Sachen, wenn da so Punkte dran sind, weißt du, wenn du E-Mails kriegst oder so, wenn da diese roten Vogel... Ich krieg da einen Vogel, das muss ich wegmachen, ich muss das lesen.
SPEAKER_00Warte, wie viel es bei mir sind?
SPEAKER_02Bei E-Mails oder bei WhatsApp?
SPEAKER_00Bei WhatsApp.
SPEAKER_02Und wenn du so fragst wahrscheinlich viel. 200.
SPEAKER_00Oha, übertreib dich. Die haben gar keine 200 Kontakte im Handy.
SPEAKER_02Wie viel?
SPEAKER_00Ja, so 121.
SPEAKER_02Also knapp an E-Mails, oder? 121.
SPEAKER_00Und ich habe das gerade realisiert und jetzt damit geht es mir gar nicht darum.
SPEAKER_02Macht sich das nicht, irgendwie Shalou.
SPEAKER_00Doch voll. Ich habe das gerade gesehen und ich wollte halt eh so ein bisschen mit dir über so Themen sprechen und dann dachte ich kurz, ich schaue einmal kurz, wie viele ungelesene Nachrichten ich habe. Und ja.
SPEAKER_02121.
SPEAKER_00Und das sind wirklich zu viel. Und jetzt weißt du überhaupt nicht, was ich machen soll.
SPEAKER_02Von wann ist die älteste dann? Die du nicht beantwortet hast.
SPEAKER_00Das müsste ich jetzt nachschauen, aber wahrscheinlich so 2024.
SPEAKER_02Nein. Ich glaube, Antworten brauchst du da nicht mehr.
SPEAKER_00Sie sagt doch, mir geht's nicht gut.
SPEAKER_02Wahrscheinlich hat die Person die Nummer schon gar nicht mehr.
SPEAKER_00Ich glaube, ich habe ein Thema. Nee, darum soll es nämlich heute gehen. Thema WhatsApp und Antworten und ich tue mir damit gerade wirklich schwer und ich muss mit dir darüber sprechen, weil es mich totesbelastet. Ich meine das richtig ernst.
SPEAKER_02Ja, okay. Aber wie, wie warum? Also wie kann man, also zum Verständnis zu mich, wie kann man eine Nachricht zwei Jahre nicht beantworten?
SPEAKER_00Ja, das weiß ich doch auch nicht. Das ist ja mein Problem. Ich weiß doch auch nicht, wie das passiert. Ich merke nur, ich bin halt keine Chattermaus mehr. Also die Zeiten, dass ich so chatte, die sind einfach over. WhatsApp ist für mich auch kein Tool, mit dem man chattet, da spricht man sich kurz ab und stimmt sich ab. Aber WhatsApp ist für mich kein Kanal mehr, auf dem ich mich so honestly austauschen möchte. Ich habe aber auch keinen anderen Kanal, auf dem ich mich austauschen möchte. Und mir ist so selbst aufgefallen, ich nutze mittlerweile so ein bisschen mein Instagram, um meine Freunde zu informieren, dass es mir gut geht, dass ich live bin. Meinst du über Storys? Genau, was gerade so abgeht. Und ich habe da auch schon öfter das Feedback bekommen, dass meine Freunde es ganz toll finden, weil dann wissen sie zumindest, was bei mir so abgeht. Und übrigens, auch dieser Podcast hilft wohl zu verstehen, was bei mir eigentlich gerade los ist.
SPEAKER_02Grüße gehen raus an alle.
SPEAKER_00Grüße gehen raus an alle. Es hört sich jetzt hört sich auch so ein bisschen drüber an, aber trotzdem, ich merke richtig, so diese Konversation auf WhatsApp mit Freunden, die ich vielleicht auch nicht regelmäßig sehen kann, die haben so abgenommen, weil ich halt einfach nie antworte. Ich weiß auch, dass ich das Problem bin. Aber ich weiß halt auch nicht, was ich dagegen tun soll.
SPEAKER_02Hast du das dann, weil du Instagram angesprochen hast, da auch das Thema, dass du dir auf die Nachrichten nicht antwortest oder ist es so ein WhatsApp-Thema?
SPEAKER_00Es ist eher ein WhatsApp-Thema. Ich glaube auch, weil so beruflich, privat alles so irgendwie so zusammenkommt und da sind dann so Kunden drin, dann sind Freunde da drin, Family, da geht ja alles zusammen. Und irgendwie, ich merke auch richtig, ich habe da gar keine Priorisierung. Also ich kann dir nicht mal sagen, nach was ich priorisiere. Manchmal kommt eine Nachricht rein, die sehe ich dann direkt und denke mir, ja, ist ultra wichtig, darauf jetzt zu antworten. Oder wenn ich von der Person lange nichts gehört habe, ist es so, oh, krass, lange gehört, da muss ich direkt drauf antworten. Obwohl es ultra wichtige Nachrichten gibt, die nicht beantwortet sind, aber ich bekomme das nicht hin, die zu beantworten. Ich krieg es einfach nicht hin. Das ist so ein bisschen als würde ich vor so einem Berg sitzen und nicht wissen, wo ich anfangen muss. Weißt du, wie ich meine?
SPEAKER_02Ich weiß, was du meinst, ja.
SPEAKER_00Ultraanstrengend.
SPEAKER_02Als hättest du wie so eine so eine Handbremse drin und du hast nicht die Kraft dazu, das zu beantworten, oder? Oder anders.
SPEAKER_00I don't know. Ich habe einfach so ein bisschen so das Gefühl, ich tue mir schwer damit, präsent zu sein. Und dadurch, dass ich viel unterwegs bin, irgendwie selten alleine bin, ich bin ja den ganzen Tag hier im Büro, dann sitze ich erstmal im Auto, dann gehe ich zum Sport. Also ich bin da meistens auch mit einer Freundin. Das heißt, ich bin irgendwie auch nie so wirklich alleine und habe nie nichts zu tun. Oder selten. Und wenn ich nichts zu tun habe, dann freue ich mich, dass ich nichts zu tun habe. Und wann soll ich das denn machen?
SPEAKER_02Ja, und wenn du das abtelefonierst?
SPEAKER_00Ja, wann soll ich das denn machen?
SPEAKER_02Du fährst da relativ viel Auto.
SPEAKER_00Ich versuche das tatsächlich, aber kennst du das, wenn man so acht Stunden oder mindestens acht Stunden bin ich ja hier, die ganze Zeit mit Leuten chillt, von Termin zu Termin, von Call zu Call, dann sitze ich manchmal im Auto und denke mir nur so, weißt du?
SPEAKER_02Ja, doch, weißt du, was du meinst? Ich versuche nur Lösungsobjektiv zu arbeiten.
SPEAKER_00I know, du siehst meine Verzweiflung. Ich habe doch schon alles durchgespielt.
SPEAKER_02Was wäre mit einem Personal Assistant?
SPEAKER_00Ja. Aber du musst nicht so C machen oder so? Ja, nee. Ach, vielen Dank für deine Nachricht. Nee, ich möchte ja, mir sind diese Chats ja auch wichtig. Also primär so, vor allem wenn wir jetzt an Freunde denken, ich möchte das ja auch einfach beantworten, aber ich merke richtig, ich bin gerade nicht in der Lage, das alles zu entertainen. Und das wiederum fühlt sich dann für mich an, als würde ich so richtig an Freundschaften scheitern. Und du kennst mich. So, ich liebe meine Freunde und ich liebe Menschen und so, ich bin, mir sind zwischenmenschliche Beziehungen so ultra wichtig. Und deswegen macht mich das so sauer, dass ich diejenige bin, die das nicht hinbekommt.
SPEAKER_02Zwischenfrage nochmal. Zu der Nachricht von 2024, es geht mir gar nicht runter. Hast du die Person inzwischenzeit schon mal im reellen Leben wieder gesehen?
SPEAKER_00Mir ist jetzt keine spezielle Nachricht im Kopf, aber ich bin mir sicher, es gibt Minimum zehn von der Sorte. Und sicher habe ich Personen davon auch schon wieder gesehen. Und dann hoffe ich einfach, dass man mich nicht drauf anspricht. Es sind auch nie so ultra wichtige Dinge. Aber selbst so, ich weiß nicht, kennst du das nicht? Ja, in dem Fall nicht. Wir sind ja so unterschiedlich, oh mein Gott. Was ja gut ist. Was gut ist. Aber es ist so wirklich so, da kommt dann eine Nachricht rein. Ey, Maus, wie geht's? So ganz cute. Irgendeine Bekannte, Schrägstrich, ferne Freundin, wie auch immer, jemanden, den ich lange nicht gesehen habe, wollen nur fragen, wie es mir geht. Interessieren sich einfach nur, ob bei mir alles alright ist.
SPEAKER_02Du gehst mit einem Daumen hoch. Nicht meintest.
SPEAKER_00Wow, das ist doch so scheiße, ey. Ich weiß doch auch, dass ich das Problem bin.
SPEAKER_02Ja, ich meine, du bist ja schon sehr socially, nenne ich das jetzt mal so. Also du bist ja schon sehr gerne unterwegs, wie du schon gesagt hast und so. Und dadurch ergebt sich natürlich die Problematik, dass du sehr viele Leute kennst. Ergo bedeutet ja, dass du sehr viele Nachrichten bekommst und ist ja klar, dass du da nicht hinterherkommst mit dem ganzen Kram, oder?
SPEAKER_00Ja. Außer an meinem Geburtstag. Ich freue mich halt so doll über jede Nachricht, die kommt. Ich antworte aber halt nie. Aber wann soll ich das machen? Ich habe Geburtstag, dann habe ich da, bin ich mit Freunden. Das heißt, ich möchte ja auch in dem Moment, wenn ich mit meinen Freunden bin, Präsenz ja nicht am Handy hängen. Also antworte ich nicht auf die Nachrichten. Dann habe ich so abends, so, wenn der Geburtstag gut war, bin ich so leicht angetütelt, so dann auch besser nicht antworten. Das heißt, der erste Tag von meinem Geburtstag ist schon mal, also der einzige Tag von meinem Geburtstag, der erste, hä? Das heißt nur eine Woche, ne? Ja, es falls so eine Woche. Ist schon mal gone. Dann ist der nächste Tag. Dann muss ich erstmal chillen, muss ich kurz klarkommen, dann muss ich mich wieder sortieren, dann schreibe ich so meinen Eltern zurück und beklappe so irgendwie die Menschen, die irgendwie nicht dabei waren und die ganz oben sind in der Liste so nacheinander ab. Aber dann steht schon wieder irgendwas an und dann rutschen halt diese anderen Nachrichten immer weiter runter und dann kommen ja auch so aktuelle Nachrichten dazu, die dann so sind, hey, wollen wir uns gleich treffen? I don't know. Ja, und irgendwann sind es dann so Karteelleichen. Karteileichen. Und dann weiß ich nicht mehr, was ich es mache. Ja, dann ist auch egal.
SPEAKER_02Ich glaube, wenn du nach drei Wochen nicht geantwortest, ist auch eh egal.
SPEAKER_00Ja, aber es ist doch so scheiße. Ich will das doch ändern.
SPEAKER_02Ich muss mir deine Lösung für dich überlegen, das fällt mir jetzt gerade nicht ein.
SPEAKER_00Und das Ding ist ja auch, es ist ja nicht so, als würde man mich nicht auch darauf hinweisen.
SPEAKER_02Ja.
SPEAKER_00Und ja.
SPEAKER_02Ich glaube, mittlerweile, Leute, die ich länger kenne, wissen auch, warum das vielleicht so ist. Also da sind die nicht böse, oder?
SPEAKER_00Ich habe schon so einen Circle, ich würde jetzt mal sagen, auch mein Inner Circle, der weiß wirklich, dass ich es nicht böse meine. Und die erwarten von mir auch keine Antwort, sondern die rufen mich in worst case einfach an. Und die wissen auch, wenn sie mir schreiben würden, Girl, I need you so dringend, bitte ruf mich an. Ich würde sofort anrufen, ich würde alle stehen und liegen lassen, wenn's geht. Und ja, das wissen die und damit sind die, glaube ich, auch fein. Aber trotzdem tut es mir dann immer so leid, weil ich bin ja voll interessiert an Menschen und ich lerne so gerne Menschen kennen und du kannst ja auch nicht in so eine tiefere Ebene gehen, wenn du dich nie austauschen kannst. Und wenn dann, wenn ich jetzt zum Beispiel Bekannte habe, die sich dann ab und zu melden, um vielleicht auf nächstes Level zu kommen, es muss ja nicht immer direkt dieser Inner Circle sein, aber um sich einfach ein bisschen tiefer kennenzulernen, mal zu fragen, wie geht's, mein Gespräch zu initiieren und sich dann vielleicht daraufhin zu treffen, das geht ja bei mir gar nicht, weil ich ja schon gar nicht antworte.
SPEAKER_01Ja, stimmt. The struggle is real.
SPEAKER_00The struggle is real. Ich versuche wirklich, das gerade so ein bisschen so anzunehmen, auch schon das ganze Jahr, weil es stand auch auf meinem, wie nennt man das? So Jahresdingsy. Und beruflich bekomme ich das zum Beispiel voll gut hin, weil da bin ich einfach strukturierter und irgendwie, wenn so eine Message reinkommt, die so eher beruflich ist, dann bin ich so richtig so, okay, das muss ich jetzt direkt noch beantworten, weil dann kann ich das aus meinem Kopf löschen. Aber so privat, es ist ein Mental Overload und es stresst mich totes. Aber es stresst mich gar nicht, weil mich jemand stresst, sondern weil ich mich selbst stresse.
SPEAKER_02Ich glaube, da bin ich wirklich ein bisschen anders, weil mich nervt, also weil das nervt ist, belasten ist auch das falsche Wort. Ich muss das beantworten. Also natürlich kann ich nicht auch immer sofort antworten, weil du irgendwie jetzt was zu tun hast oder sowas. Aber ich nehme mir dann schon meistens die Zeit, um auf eine Nachricht zu antworten, weil mich das wahnsinnig macht, wenn ich nicht drauf antworte. Das ist wie wenn der rote Punkt dran ist. Das macht mich wahnsinnig. Und ich muss das beantworten. Ich habe auch die Angewohnheit, dass ich Sachen, ähm du hast ja die Möglichkeit zu archivieren. Ich antworte und archiviere ich die Nachricht. Ach, ich auch. Das ist halt wirklich.
SPEAKER_00Übrigens Lifehack. Du musst kurz erklären, wie es funktioniert.
SPEAKER_02Naja, wenn du jetzt eine WhatsApp, WhatsApp, WhatsApp. Eine WhatsApp-Frage brauche ich auch eine Orte bekommst. Kannst ja das Ding ja, wenn du das jetzt quasi erstmal nicht mal in diesen Eingangsordner haben möchtest, ist das richtig? Ja, kannst du die auch archivieren. Das heißt, die wird jetzt erstmal nicht in meinem Sichtfeld mehr sein, sondern die ist erstmal in so einem Ordner, den du nicht sofort siehst. Was ich total praktisch finde, weil es mit mich wahnsinnig mache, wenn ich da 800 Nachrichten habe, das mag ich halt einfach nicht. Und ich lösche auch teilweise Nachrichten, wenn ich sie beantwortet habe. Das heißt, ich habe gar keinen Verlauf. Was?
SPEAKER_00Das ist ultra seltsam.
SPEAKER_02Echt jetzt? Ja. Nicht von allen Personen, aber von manchmal so weit ist schon. Das finde ich ja total krass.
SPEAKER_00Ihr seid mir einfach egal.
SPEAKER_02Nein, dieser Podcast öffnet Türen irgendwie zu meiner inneren Psyche. Du musst es löschen. Ich merke schon. Ich muss das dann teilweise wirklich löschen, ja.
SPEAKER_00Aber warum?
SPEAKER_02Wollte ich nicht, weil ich dann einfach denke, die Nachricht hat mich bannt oder fertig. Ist egal. Weil die meisten, bei den meisten hast du gar nicht so einen richtigen Konversationsverlauf.
SPEAKER_00Ich archiviere die und dann sind die dafür immer zu. Krass. Ist deine Wohnung dann auch so totes sauber und ordentlich oder hast du auch so Schubladen, wo Sachen drin sind, die da schon ewig drin liegen? Habe ich. Wenn dann da.
SPEAKER_02Habe ich schon auch.
SPEAKER_00Ja, und sowas hast du nicht auf WhatsApp?
unknownNee.
SPEAKER_02Nee. Crazy. Ja, weiß ich nicht. Ich habe teilweise Nachrichten einfach nicht mehr.
SPEAKER_00Also ich muss sagen, dieses Archivieren, das hat mein Leben verändert. Ich antworte jetzt immer und dann schiebe ich die quasi in Archiviert, sodass die erst wieder rauskommen, wenn irgendwas unbeantwortet ist, aber ich habe halt trotzdem 100 Chats da. So, ich habe halt trotzdem 100 Chats in diesem. Ich habe auch blaue Haken aus. Hast du blaue Haken aus? Das habe ich auch aus.
SPEAKER_02Also das finde ich ganz schlimm, weil das ist ganz komisch. Das mag ich Controlletti, oder? Controlletti möchte ich nicht. Ich finde auch so dieses typische, wenn du zu so einer Gruppe hinzugefügt hast, was finde ich schwierig.
SPEAKER_00Gruppen habe ich grundsätzlich stumm. Ja, habe ich auch. Aber auch letztens, sorry, falls ich jetzt hier jemanden wiedererkennt. Aber ich habe so ein paar Kundengruppen auch. Und ich habe ja mittlerweile auch, also ich hatte ja eine Geschäftshandynummer und eine private und mittlerweile habe ich das alles einfach vereint, weil es zwar so ein Durcheinander und ich dachte mir so, ja, whatever. Und jetzt schalte ich halt auch immer diese Kundengruppen stumm, weil Gruppen bei mir halt in General stumm sind. Und dann letztens so, ey, kannst du uns mal eine Rückmeldung geben? Ich hab so, oh, sorry. Sieben Tage wagst du es einfach rum.
SPEAKER_02Die Gruppe, also es gibt zwei, drei, die ich stumm geschalten habe. Unsere habe ich nicht stumm geschaltet, also die Peak-Gruppe. Also nicht, dass wir jetzt eine Gruppe haben, nicht fast schon, sondern die Peak-Gruppe von der Agentur, die ist nicht stummgeschaltet, aber es gibt viele Gruppen, die ich einfach stumm schalte.
SPEAKER_00Ich habe euch sogar gepinnt. Welche Chats sind bei dir gepinnt?
SPEAKER_02Keine. Ich habe keine Chats gepinnt. Was? Ich bin derjenige, der Nachrichten löscht, weißt du doch. Bei mir gibt es nichts zum Pinn.
SPEAKER_00Was?
SPEAKER_02Nee, mag ich nicht. Also ich muss Nachrichten direkt bearten. Also wenn ich die Möglichkeit habe und ich gucke gerade zufällig drauf, schaue ich, dass ich den Nachrichten eigentlich relativ zeitnah beantworte, weil ich das, ich finde auch diese Spielereien, also wenn ich jetzt mal kurz in die privaten Nachrichten rutschen darf, wenn du quasi, du lernst jemanden neu kennen oder sowas. Ich rede jetzt von einer weiblichen Person, logischerweise, und ich hasse diese Spielereien, diese Dauern, diese Nachrichten liegen zu lassen, extra. Ja, extra geht gar nicht. Weißt du, was ich meine? Und ich denke nur so, wenn ich die Zeit habe, antworte ich darauf.
SPEAKER_00Das sind Spielchen.
SPEAKER_02Und ich hab da keinen Bock dafür von mir. Einfach nicht.
SPEAKER_00Das möchte ich nicht. Verstehe ich voll. Ich finde, im Dating ist es ganz, ganz schwierig. Das wäre für mich auch die große Red Flag. Ich bin wirklich so, ich sehe die Nachricht, ich freue mich über die Nachricht, ich antworte direkt. Warum soll ich das liegen lassen? Das finde ich ganz komisch. Das macht man auch nur mit 16, oder? Ja, oder? So, nicht 16, aber du weißt ja nicht.
SPEAKER_02Da gibt es auch diese Regel, dass du drei Tage nicht antworten sollst, oder?
SPEAKER_00War das nicht sowas? Also von so Regeln. Ist dumm, oder? Ja, also sorry, aber die sterben alleine.
SPEAKER_02Ich finde einfach, wenn du Interesse in einer Person hast, warum soll ich da nicht antworten?
SPEAKER_00Hey, voll. Oder? Voll. Das würde mir aber gar nicht in den Sinn kommen. Ich freue mich ja darüber, wenn der Name auf meinem Handy aufplatz.
SPEAKER_02Eben und so. Und drum denke ich mir, warum soll ich das extra in Länge ziehen?
SPEAKER_00Das wäre so ultra toxisch.
SPEAKER_02Ich mag das nicht.
SPEAKER_00Since Second One. Ja, das möchte ich nicht.
SPEAKER_02Drum. Also das. Nee, danke, möchte ich nicht.
SPEAKER_00Ja, also, falls jetzt hier jemand von meinen Freunden hoffentlich zuhört, werde ich dich traurig, ich bin keiner von dir zuhört, der Mann. Wenn ich Menschen on Read lasse, ich mache das nie mit Absicht. Ich mache das nie mit Absicht und manchmal checke ich es nicht, dann sind die Nachrichten so weit unten und dann irgendwann fällt es mir auf, dann ist es mir so ultrapeinig und ich bin ja auch nah am Wasser gebaut, wie du weißt. Und ich weine halt auch dann. Also so, also jetzt nicht regelmäßig, aber so wenn ich so merke, so, boah, scheiße, ich habe da vielleicht irgendwie, eine Freundin hat mir was ultra Cutes geschrieben und ich habe das irgendwie nur überflogen oder war in einem Call und habe das nur irgendwie so im Desktop gesehen, habe es dann wieder auf Read gemacht oder aus Versehen archiviert oder es ist einfach runtergerutscht, wie auch immer, dann tut mir das so leid, dass ich so richtig, ich mache mir richtig Vorwürfe und mir geht es damit gar nicht gut. Und ich meinte deswegen auch beim Einstieg hier gerade, mir geht es nicht gut, weil ich vorhin jetzt gemerkt habe, wie viele unbeantwortete Nachrichten das sind. Und ich jetzt schon weiß, ich werde da heute Abend durchgehen, weil jetzt habe ich es mir heute zur Aufgabe gemacht, die alle zu beantworten und mir wird es richtig oft richtig leid tun. Und mir ist jetzt auch eine Nachricht schon direkt im Kopf von einer Freundin von mir, die ich sehr, sehr selten sehe, leider, weil wir sehr unterschiedliche Lebensstile gerade haben oder nicht Lebensstile, aber so Lebensphasen. So, sie hat gerade zwei Kinder bekommen, hat ihr Haus, ihren Ehemann und so. Ich bin CC und bin irgendwo. So, und deswegen, es harmoniert gerade irgendwie so mit diesen Verfügbarkeiten nicht wirklich. Und dadurch sehen wir uns so selten. Und ich habe ihr letztens geschrieben, so, ey, wir müssen es unbedingt sehen. So, ich habe ihr zweites Kind noch nicht gesehen und war so, oh, es wäre voll schön, wenn wir uns irgendwie demnächst treffen könnten. Und sie hat mir dann auch ganz cute zurückgeschrieben, so, ey, sie freut sich vor, dass ich mich melde, war nicht Zeit hätte und mir fällt jetzt gerade ein. Das liegt da seit zwei Wochen und ich habe nicht geantwortet. Das ist so scheiße, ich fühle mich so schlecht.
SPEAKER_02Ich glaube, doch, doch, ich sollte mich schon abschlecht fühlen. Ich denke schon mich gerade ein bisschen betüdel.
SPEAKER_00Also, nein, mach das nicht. Du musst das Pflaster abreißen.
SPEAKER_02Antworte jetzt! Antworte jetzt! Jetzt sofort.
SPEAKER_00Jetzt sofort. Würde das jetzt nicht so lange dauern, dann würde ich tatsächlich jetzt antworten.
SPEAKER_02Außerdem fängt sie dann an zu weinen, das wollen wir ja auch nicht.
SPEAKER_00Ja, das wollen wir wirklich nicht.
SPEAKER_02Ihr könnt gerne mal, wir haben ja bei, es gibt ja bei Spotify so eine Kommentarfunktion. Ihr könnt gerne mal, weil ich beantworte die Nachrichten bei Spotify. Ihr könnt gerne mal reinschreiben, wie lange ihr schon auf eine Nachricht von CC wartet. Ich werde es in der nächsten Folge mal vorlesen.
SPEAKER_00Oh Mann, es tut mir wirklich leid.
SPEAKER_02Das finde ich eine gute Idee.
SPEAKER_00Wirklich, es tut mir wirklich leid. Ich will das nochmal ganz, ganz stark betonen. Es tut mir ultra leid. Ich versuche mich seit Jahren zu bessern. Es ist jedes Jahr mein Neujahrsvorsatz. Ich bekomme es einfach nicht hin. Und ich liebe euch alle da draußen, die in meinen DMs sitzen und auf eine Antwort warten, weil, also die hätten meine Nummer nicht, wenn es nicht irgendwie eine Verbindung geben würde. Aber ja, I'm sorry, ich krieg's einfach nicht hin. Ich musste mir auch vor ein paar Wochen tatsächlich erst eine Ansage anhören, die hat richtig gesessen.
SPEAKER_02Männlich oder weiblich?
SPEAKER_00Männlich. Also männlich, aber ein Freund von mir. Und ich habe da auch ein kleines Zitat mitgebracht. Also ich habe tatsächlich zwei Ausschnitte mitgebracht, aber der erste ist ein bisschen zu lang. Deswegen würde ich den zweiten Mal vorlesen. Wissen doch beide ganz genau, dass eine Antwort keine zeitliche Komponente ist, weil man wirklich antworten will oder es Prio hat. Oh mein Gott.
SPEAKER_02Da fällt mir gerade ein. Ich weiß nicht, ob das so ein Trendding war oder so, wo bei Insta gezeigt wurde, wie lange du brauchst, für eine Antwort zu machen, wo sie den Timer mitlaufen lassen. Kannst du das? I know. Was sagst du dazu eigentlich? Ja, ich bin schuldig, was soll ich sagen? Weil normalerweise brauchst du ja, wenn du in ein oder zwei Zeller schreibst, sechs Sekunden vielleicht.
SPEAKER_00I know. I know. Ich sag doch, ich bin das Problem. Aber ich muss auch, da muss ich auf fairerweise sagen, also wir haben das auch geklärt bekommen, man hat mir verziehen. Aber ich merke einfach so, ich glaube, ich muss für mich akzeptieren und ich weiß nicht, wie es dir geht, aber je älter ich werde und je mehr bei mir einfach dazukommt, beruflich, wie privat, und damit meine ich so, Rechnungen bezahlen, sich um Themen wie Auto, Versicherungen, Weiß der Geier was kümmern, je mehr davon so in mein Leben kommt, desto mehr muss ich, glaube ich, akzeptieren, dass manchmal Freundschaften pausieren müssen. Vor allem, wenn dann die Lebensumstände nicht passen. Wenn man dann in anderen Städten wohnt, wenn, keine Ahnung, die einen haben Familie, die anderen nicht, die anderen sind Single, die anderen nicht. Wenn so je mehr oder je älter ich werde, desto mehr von solchen Situationen habe ich bei meinen Freundschaften und desto mehr merke ich einfach, ich glaube, ich muss mich damit abfinden, dass Freundschaften, ich will gar nicht sagen, aufhören, aber dass die teilweise pausieren müssen, weil es einfach nicht vereinbar ist. Weißt du, was ich meine?
SPEAKER_02Absolut. Es ist, ich kann dir da ein Beispiel nennen. Es gibt so eine WhatsApp-Gruppe, die wurde damals ja in Corona, glaube ich, aufgemacht. Die heißt irgendwie Gruppe der Überlebenden, hieß die. Und da sind fünf oder sechs Personen, ich weiß es gerade nicht mehr genau und so. Und eine Person oder zwei Personen davon, ist ja der Daniel, ein guter Freund von den kennst du ja auch, und der wohnt auch gar nicht mehr, sondern in Kroatien. Und es ist auch so, dass man nicht regelmäßig einfach Kontakt hat, aber was vollkommen normal ist. Und ich glaube, man muss sich dann irgendwann von dieser Traumidee verabschieden, dass es parallel so weiterläuft, sondern es entwickelt sich, man entwickelt sich ja weiter und hat eigene neue Bubbles oder sowas, was vollkommen fein ist. Aber trotzdem ist es jedes Mal dann wieder so, wenn man sich dann wieder sieht, dass es wie immer ist.
SPEAKER_00Ist es immer so?
SPEAKER_02Bei der Gruppe, also natürlich gibt es auch Freundschaften, wie du auch gesagt hast, die funktionieren einfach nicht mehr, weil die Ansichten oder was auch immer auseinanderbreichen, aber das ist auch noch fein. Dann waren es einfach Freundschaftsabschnitte, die trotzdem schön waren, aber die funktionieren halt nicht mehr. Und ich finde, ich bin kein Freund davon, an Sachen festzuhalten, die mir nicht gut tun oder die mir auch, die kein, also Mehrwert klingt jetzt zu plump oder sowas, aber du weißt, was ich meine, wo ich dann einfach mehr investieren muss, aber der Return ist nicht so gut. Also weißt du, wie ich meine. Also es soll jetzt gar nicht so oberflächlich klingen, aber du weißt, wie ich meine, denke ich.
SPEAKER_00Voll, ich glaube, ich bin der andere Part. Ich bin, glaube ich, aktuell bei mir und meinen Freundeskreisten die Person, die so, bei der der Return nicht passt. Weißt du, wie ich meine? Ich glaube, deswegen, ich verstehe voll, was du meinst. Ich tue mir zum Beispiel voll schwer damit. Das, was du jetzt gerade sagst, ist für mich voll okay, ist für mich ultra schwer, aber weil ich glaube, auf der anderen Seite sitze, weil ich es so gerne entertainen würde, es aber nicht hinbekommen und mir dadurch Freundschaften so wegbrechen, die mir eigentlich wichtig sind, aber ich einfach merke, ich werde dem nicht gerecht. Ich werde einfach dieser Erwartungshaltung nicht gerecht. Und dann ist es auch fein. Und dann sitzt da jemand wie Philipp und sagt, leider kein Mehrwert mehr. Überhaupt so gemeint.
SPEAKER_02Nein, jetzt ist das jetzt übertrieben und krass gesagt so, aber ich finde einfach, dass es aber auch okay ist. Ich finde, dass es halt dann einfach so ist, wie es ist. Und ich bin da nicht so, dass ich dann, ich kann da auch sehr krass ab, ich kann da sehr einen krassen Cut machen auch. Also ich bin da schon so, dass ich dann sage, dann ist es okay. Krass.
SPEAKER_00Hast du so verschiedene Freundeskreise, so, keine Ahnung, so der Inner Circle, Partyfreunde, also du machst ja keine Party, aber.
SPEAKER_02Hallo, ich arbeite jetzt in der Gastro.
SPEAKER_00Ja, das ist dein Arbeitsumfeld. Good morning.
SPEAKER_02Okay. Party. Ja, schon. Also es gibt schon verschiedene Kreise, die ich habe. Es gibt schon diesen engen Kreis. Das ist auch gerade diese Gruppe der Überlebenden, sag ich mal. Also das ist schon mein relativ enger Kreis. Und aber auch hier ist es so, dass in diesem Kreis wurde geheiratet, haben Kinder gekriegt und so weiter. Und es ist natürlich anders. Aber ich weiß trotzdem, wenn ich irgendwas hätte, kann ich da anrufen oder was auch immer. Was total schön ist, dass du weißt, du hast es so als Backup im Hintergrund, so als unsichtbare Wand, die für dich da ist. Und man muss sich aber trotzdem nicht immer sehen, weil jeder so sein eigenes Leben mittlerweile hat. Und ich weiß nicht. Ich glaube, das ist erwachsen werden einfach.
SPEAKER_00Ich habe da mal mit meiner Mom drüber gesprochen und die meinte, also ihre beste Freundin, die kenne ich, seitdem ich Baby bin. Ich bin offensichtlich mit der auch aufgewachsen. Und ich war so, ihr seht euch gar nicht so oft, oder? Und sie so, nee, so zweimal im Jahr. Ich so, und wann ist es? Zu den Geburtstagen? Ich so, hä? Und das ist deine, also das nennt man trotzdem noch beste Freundin. Sie so, wie sollen wir es anders machen? Wir wohnen nicht in der gleichen Stadt, wir haben beide Familie, wir sind beide selbstständig. So funktioniert gar nicht anders, aber ist auch gar kein Problem. Und ich lade sie zum Beispiel auch, also ich würde sie nie zu meinem Geburtstag einladen, sondern die steht halt eh da. Also es ist so ganz klar, dass sie vorbeikommt an dem Tag. Und ich war so, ah, krass. Aber jetzt check ich es.
SPEAKER_02Ja, weil man halt weiß, was man trotzdem aneinander hat, glaube ich. Das ist so der Punkt. Und so. Und ich denke mal, es kristallisiert sich auch irgendwann so raus, wer eben dazu passt zu dem Leben, das du jetzt aktuell führst und wer eben nicht. Aber dann ist es auch fein. Ich finde so, natürlich hängst du bei manchen ein bisschen mehr hinterher, logischerweise, bei manchen ist es aber auch irgendwie, das war schön, dass es da war, aber es ist okay, dass es weg ist. Darum, ich bin da schon eher so, ich kann das ganz gut, glaube ich, mit diesen Cuts bei Person. Was okay ist.
SPEAKER_00Was hältst du von, das ist ja jetzt ein neues Wort, Ketchup Culture? Hast du schon mal gehört?
SPEAKER_02Ich glaube, vorher habe ich es zum ersten Mal gelesen, als du mir das geschrieben hattest, aber ich weiß, was es ist. Weiß ich gar nicht. Bitte? Vielleicht habe ich auch an der Zuständigstaffer.
SPEAKER_00Nee, ich bin da auch nur drauf gekommen, deswegen habe ich das vorhin nachgeschickt. Den Begriff, weil ich habe heute Morgen einen Podcast gehört von einer Freundin von mir. Also Ketchup Culture. Ich komme auch eigentlich nur darauf, weil ich heute Morgen einen Podcast von einer Freundin von mir angehört habe, die sich auch darüber Gedanken gemacht hat. Und zwar Ketchup Culture sind Freundschaften, die so einfach nur noch von so Updates leben.
SPEAKER_01Ah, okay.
SPEAKER_00Also dass man sich so, ich weiß nicht, also ich kenne es halt auch so krass, und jetzt, wo ich drüber nachdenke, mich nervt es ja auch so doll, diese, hey, hast du Bock auf ein Coffee-Date? Wenn ich noch einmal in nächster Zeit Coffee-Date höre, und ich bin ja immer die, die Coffee-Dates vorschlägt, dann flippe ich ja komplett aus. Weil mir wirklich so, ich habe heute Morgen diese Folge angehört und da ging es halt so ein bisschen darum, so irgendwie, man datet sich nur noch ab, man muss irgendwie so einen Slot in seinem Kalender finden und so, und irgendwie ist es so wahr und ist so offensichtlich, aber war mir so nicht bewusst, dass es wirklich dadurch auch gar keine deepen Connections mehr gibt. Also man verliert ja voll so an Beziehungen, weil man sich nur noch trifft, um die Vergangenheit aufzuarbeiten, um sich dann wieder zu trennen, um dann das nächste Mal wieder über die Vergangenheit zu sprechen. Aber man erlebt nichts mehr zusammen, weil man sich nur noch auf irgendwelche Coffee-Dates zwischen Termin A und Termin B trifft. So, man, keine Ahnung, man hat gar keine gemeinsamen Erlebnisse mehr, die so bonden oder über die man dann sprechen kann. Gossip, oder? Ja, also nicht Gossip, aber es ist eher so ein bisschen so, hey, ich habe am Donnerstag in drei Wochen um 16 Uhr ein Slot. Hast du da Zeit, ja, mega, dann lass einen Matcha trinken oder lass einen Koffee trinken und dann sitzt man da, girl, was geht? So ist es zumindest bei mir. So, girl, was geht? Was datest du noch den Dude? Wie läuft es auf der Arbeit? Hast du noch Stress mit deiner Mutter? I don't know. Und dann spricht man kurz darüber und dann so, oh ja, also vor zwei Monaten war das und vor einem Monat war das. Und dann ist irgendwie sind die zwei schon um. Und man hat gar nichts Neues zusammen erlebt, was so wirklich eine tiefgründige Verbindung bringt. Weißt du, was ich meine? Sondern man datet sich nur noch ab, wie so ein Ketchup halt.
SPEAKER_02Ich verstehe, ja. Ich glaube, boah, lass mich mal drüber nachdenken. Habe ich sowas? Ich glaube eigentlich fast gar nicht.
SPEAKER_00Krass.
SPEAKER_02Das ist gut, glaube ich. Ja, also ich mag eigentlich oberflächliches Geflänkel sowieso ungerne, muss ich ganz ehrlich sagen. Und ich finde es schon irgendwie. Vielleicht ist das auch so ein Ding im Älterwerden oder sowas, dass man sich überlegt, mit wem treffe ich mich und mit wem habe ich, auf wen habe ich keinen Bock. Und das mache ich halt auch so. Und wenn ich dann mich mit jemandem treffe, es gibt so einen, der ist, glaube ich, unserem Podcast auch, hoffentlich. Ich werde das nachfragen. Und mit ihm treffe ich mich auch regelmäßig. Und ich finde die Zeit so wertvoll mit ihm zusammen, weil wir uns halt gut unterhalten und halt auch tiefergehend unterhalten. Und ich sehe ihn nicht regelmäßig. Und natürlich aktualisiert man sich so gegenseitig ein bisschen, aber trotzdem hat es eine gewisse Tiefe. Und ich finde, jedes Mal gehe ich da raus aus diesem Termin, Termin, aus diesem aus diesem Gespräch, du hast mich durcheinander gemacht. Und denke mir so, das war jetzt echt schön, und es gibt mir ein gutes Gefühl. Und das finde ich wichtig, dass man und dass ich, wenn ich sowas mache, dass ich dieses Gefühl eben habe. Natürlich hast du es nicht jedes Mal in diesem, in diesem.
SPEAKER_00Ich weiß immer, was du meinst. Und ich finde aber zum Beispiel, das eine hat nichts mit dem anderen zu tun, weil wenn ich meine Freundin zum Beispiel gerade in Hamburg, ich bin jetzt zurzeit gerade oft in Hamburg, aber normalerweise bin ich sehr unregelmäßig in Hamburg. Und wenn ich die Mädels dann sehe, ich habe mit denen studiert, wir haben vier Jahre gefühlt jeden Tag miteinander verbracht. Wir haben so eine innige Freundschaft, wir sind so viele Reisen gewesen schon und so weiter. Und jetzt aber aktuell fehlt so die Zeit für so gemeinsame Erlebnisse, dass es jetzt halt so schon tiefgründig in Anführungsstrichen ist. Oder ich ein positives Gefühl habe, wenn ich da rausgehe. Aber es ist eher so, dass man konstant das Gefühl hat, ich hänge hinterher, ich weiß gar nicht, was bei ihr los ist. Ich habe zu spät nachgefragt, wie es eigentlich mit der Klausur lief oder mit Klausur jetzt nicht mehr, aber so, I don't know, ob ihr Hund wieder gesund ist. Ich weiß es nicht. Also man hat so konstant so das Gefühl, ah ja, wir hatten das letzte Mal über Themen gesprochen, über die wir seit drei Monaten jetzt nicht mehr geredet haben. Und jetzt muss ich erstmal darüber sprechen. Und bis wir in dem Jetzt angekommen sind, haben wir beide eigentlich so ein negatives, in Anführungsstrichen, Gefühl, als hätten wir voll viel verpasst. So, weißt du, was ich meine? Einfach, weil man nicht mehr diese Regelmäßigkeit hat, sich nicht mehr daily sieht und so weiter. Und ja, mir fällt es ultra schwer, dafür eine Lösung zu finden, weil natürlich kann man jetzt sagen, okay, einmal im Jahr fahren wir zusammen weg, das hilft wahrscheinlich schon. Oder wir machen regelmäßig Wochenendtrips, hilft auch. Aber selbst das ist ja dann nur einmal im Jahr. Und ich finde, so diese Zeit, die man so, es hört sich jetzt so an, als wäre ich so ultra alt, ist ja Bullshit, aber ihr wisst, was ich meine, oder du weißt, was ich meine. Die Zeit, so Anfang 20, wo man noch nicht so viele Verpflichtungen hatte, vielleicht der Workload und ein anderer war und so, der war so entspannt, so gerade im Studium, ich hatte ja nichts zu tun. So, ich bin mit meinen Girls zum Sport, dann sind wir da brunchen gegangen und dann, was weiß ich, die haben auch alle noch in der gleichen Stadt gelebt und jetzt sind wir alle irgendwie verstreut. Dann, keine Ahnung, bin ich die ganze Zeit hier so ein bisschen am Pendeln, auch noch nach Ulm. Ja, und irgendwie habe ich so wenig Kapazität für richtige Freundschaften, dass ich wirklich Angst habe, dass mir es irgendwann so auf die Füße fällt.
SPEAKER_02Aber wie definierst du denn eine richtige Freundschaft? Weil das klingt ja schon so, dass wir, als du erst eine Freundschaft, nur halt eben Zeit versetzt.
SPEAKER_00Ja, voll, da hast du recht. Dann, ich muss das tatsächlich zurücknehmen. Das sind richtige Freundschaften, aber ich würde einfach gerne mehr Zeit in diese Freundschaften investieren, dass die mir noch länger halten, als sie es eh schon tun. Und ich merke, dass wirklich einfach, weil ich jetzt im letzten Jahr vor allem mehrmals darauf angesprochen wurde, von Menschen, die mir wirklich sehr, sehr wichtig sind und sehr nahestehen, dass ich ein bisschen aufpassen muss, dass ich das nicht komplett aus den Augen verliere. Da merke ich einfach, dass ich da nicht so deliver, wie ich gerne delivern würde, ohne dass ich das wie Delivern anfühlen muss.
SPEAKER_02Du hast ja einen Druck damit eigentlich.
SPEAKER_00Ja, voll.
SPEAKER_02Aber es muss ja kein Druck sein.
SPEAKER_00Ja, aber sollte es nicht mehr so ein bisschen.
SPEAKER_02Warte, warte kurz, warte kurz. Aber es ist doch Druck sowas dann. Es funktioniert, glaube ich, so, wie du es machst. Es ist ja meiner Meinung nach schon richtig so. Du kannst ja nicht die Erwartungshaltung haben, dass es wie jetzt mit Anfang 20 ist.
SPEAKER_00Natürlich, das ist auch. Das geht ja gar nicht. Ja, das schon. Aber so ein bisschen Verantwortung muss man für sowas ja übernehmen. Also wenn halt jeder so denkt und keiner.
SPEAKER_02Es ist ja grundsätzlich mit allen Beziehungen so. Ob es jetzt eine Beziehung zwischen Mann und Frau, also eine normale Beziehung ist oder eine so eine freundschaftliche Beziehung. Es ist immer so dieser Invest, den du halt reingibst. Und ich glaube trotzdem, dass das, wie ihr das macht mit den Wochenenden und Urlaube macht und so weiter, das ist doch schon eigentlich wirklich ein gutes Level. Und ich glaube, du darfst nicht so hart zu dir sein, was diese Erwartungshaltung angeht, weil das ja schon wirklich schön ist, weil manche, viele machen es ja gar nicht.
SPEAKER_00And I try my best.
SPEAKER_02Und so, und von daher, das ist wirklich gut. Und so drum glaube ich, es geht fast gar nicht besser, weil ihr wohnt ja gar nicht mehr am gleichen Ort. Und dass ihr, dass ihr euch die Mühe macht. Ihr macht euch die Mühe, dass ihr zusammen in Urlaub fahrt oder so, das ist doch schon schön. Und da freust du dich doch auch drauf, oder nicht?
SPEAKER_00Ich freue mich da voll drauf und ich merke auch, das kostet Geld, das kostet Zeit, es kostet Organisation und so weiter. Also ich weiß auch, was da dahinter steckt. Und ich bin dafür ja auch ultra dankbar. Aber ich weiß auch, dass es zum Beispiel nicht mit allen, so ich tu mir ja auch so schwer mit dem Wort Freunde dann, wenn es so einen gewissen Abstand hat, aber ich nenne es jetzt einfach so, um das Gespräch jetzt zu vereinfachen. Aber ich kann es einfach, dieses Level nicht mit allen Freunden halten, funktioniert ja nicht. Und dann, und genau dann tut es mir ja so leid, wenn ich dann nicht mal hinbekomme. Ich bekomme es nicht mal hin, diese scheiß WhatsApp zu beantworten. Weil dann denke ich mir so, es ist so ein minimaler Effort, in Kontakt mit jemand zu bleiben, der eine Zeit lang wirklich einen großen Teil vielleicht von meinem Leben war oder viel Zeit eingenommen hat oder so. Ja, aber I don't know. Philipp, mir geht's nicht gut.
SPEAKER_02Du Einstieg, um die Kreis. Ich glaube, du darfst ja gar nicht so hart mit dir sein. Natürlich ist es ehrenhaft, wie du denkst, dass du denkst, du musst allen recht machen, das geht halt aber nicht. Du kannst es nicht allen recht machen, das geht nicht. Darum gibt es ja vielleicht einen inneren, inneren Kreis und es gibt einen inneren Kreis oder sowas. Und ich glaube, auch wenn das mit den Nachrichten nicht lasse ich, natürlich ist es Kacke, wenn du 285.000 Millionen Nachrichten offen hast oder sowas. Aber es ist ja, wenn du keine Energie hast, sie zu beantworten, dann hast du keine Energie, sie zu beantworten. Und ich finde, das ist nicht schlimm. Du hast das Problem halt. Du bist einfach zu social-isig, dass du 95 Millionen Leute kennst, Ergo, ergeben sich so viele Nachrichten. Das Problem habe ich halt gerade.
SPEAKER_00Es ist ja nicht zu viel, sondern ich freue mich ja darüber.
SPEAKER_02Es war vielleicht falsch formuliert.
SPEAKER_00Ja, aber ich abschließend vielleicht auch, ich habe, glaube ich, einfach so diesen Anspruch an mich selbst, den Menschen ein Signal zu senden, dass sie mir wichtig sind, dass ich, keine Ahnung, ich niemanden hängen lassen will, weißt du, wie ich meine? Ich will niemandem ein schlechtes Gefühl geben, das ist eigentlich mein Anspruch in einer zwischenmenschlichen Beziehung, die ich zu einem gewissen Zeitpunkt eingegangen bin, dann halt niemandem zu enttäuschen und dann niemandem ein schlechtes Gefühl zu geben oder das Gefühl zu geben, nicht wichtig genug zu sein.
SPEAKER_02Okay, um abschließend, weil wir sind ja jetzt durch, denke ich, für heute, um dir ein gutes Gefühl zu geben. Ich denke mal, oder? Pass auf, ich behaupte jetzt mal und das machst du wirklich gut, wenn du die Leute siehst, bist du voll da.
SPEAKER_01Ja.
SPEAKER_02Und ich glaube, das muss auch reichen. Und das machst du ja gut und es reicht dann auch. Du kannst nicht für alle da sein, das geht halt nicht. Weil du hast, wie gesagt, nur begrenzt Zeit. Es ist cool, wie du das machst. Sei nicht so hart zu dir.
SPEAKER_00Ja, okay.
SPEAKER_02Ist doch so. Sei nicht so hart zu dir. Ganz einfach.
SPEAKER_00Heute hatte ich mal eine Therapie-Session.
SPEAKER_02Hast Karla dabei oder zum Abrechnen.
SPEAKER_00Kann ich PayPalen?
SPEAKER_02Ja, klar.
SPEAKER_00Philipp, danke. Sehr gerne. Danke, dass du dir so kurz in Anführungsstrichen. Schrägstrich langen Zeit genommen hast.
SPEAKER_02Gerne. Immer, TC. Abschließend, vielen Dank fürs Zuhören. Nochmal abschließen, zu oft abschließen, gesagt. Cool. Scheiße raus. Vielen Dank fürs Zuhören, fürs Zuschauen. Kommentiert es. Ich freue mich auf die ganzen Kommentare, die hoffentlich kommen. Auf welche Nachrichten.
SPEAKER_00Ich kann das auch nochmal so auf Instagram machen.
SPEAKER_02Ach ja, stimmt. Ja, dann tschüss.
unknownCiao.